Über mich

Über mich

Cosima Scholz

Über mich? Nun, klassischerweise fängt dieser Part mit Sätzen wie „ich bin mit Hunden aufgewachsen“ an. Da muss ich leider passen. Aber wie sagt man so schön – viele Wege führen nach Rom.

Natürlich bin ich ein Hundenarr seit ich denken kann, musste mich aber während meiner Kindheit mit Kaninchen, Meerschweinchen, Pflegepferden und dem ein oder anderen Gassi-Hund zufrieden geben. Geschlagene dreiundzwanzig Jahre musste ich warten, ehe ich mir endlich den Traum vom eigenen Hund erfüllen konnte. So trat Wirbelwind Maya in unser Leben, zwei Jahre später kam Kito dazu und schliesslich Berti.

Ich fand schnell Gefallen an der Arbeit mit Hunden und merkte recht früh, dass mir die klassische Hundeschule, die wir zu Beginn besuchten, nicht ausreichte. Wer will schon einen Hund, der auf dem Platz perfekt 'bei Fuß' läuft, draußen aber ebenso schnell alles Erlernte zu vergessen scheint? So machte ich mir fernab des Hundeplatzes selbst Gedanken und begann das gemeinsame Training in den Alltag zu integrieren. Ich wollte keine Maschine an meiner Seite, sondern einen verlässlichen Partner, mit dem ich durch dick und dünn gehen kann. Diese romantische Vorstellung zerplatzte bald wie die sprichwörtliche Seifenblase. Trotz aller Bemühungen verlief unser Training recht schleppend und entsprechend wuchs die Frustration. Auch beruflich kam ich über Umwege auf den Hund. Nachdem ich 2006 mein Abitur machte, war ich der festen Überzeugung, dass ich damit nun etwas Vernünftiges anstellen müsste. Nur was? Um die Zeit zu überbrücken beschloss ich ein halbes Jahr durch die Weltgeschichte zu fliegen und wurde Flugbegleiterin bei einer nicht unbekannten deutschen Airline. Aus einem halben Jahr sind inzwischen doch recht viele Jahre geworden, die es mir ermöglicht haben, mich nebenbei auszuprobieren. Einem angefangenen Studium in Medienwissenschaften folgte ein Praktikum und die Arbeit als freie Mitarbeiterin in einer Redaktion, darauf wiederum der gescheiterte Versuch eines Fotografiestudiums. Bis ich irgendwann innehielt und überlegte, was ich denn früher eigentlich werden wollte? Welchen Traum hatte ich als Kind? Ganz gleich was es war - ich wollte immer etwas mit Tieren machen. Während mir dieser Wunsch zunächst etwas albern erschien, sind Berufe in diesem Bereich doch recht überschaubar, dachte ich mir immer öfter "wieso eigentlich nicht?!".

So beschloss ich 2011 mein Studium zur Tierphysiotherapeutin und -akupunkteurin zu beginnen, welches ich 2013 erfolgreich abschloss. Zeitgleich machte ich mich auf die Suche nach einem kompetenten Hundetrainer, der mich und meine Hunde individuell unterstützen würde und gelangte so zu TeamCanin-hessen, wo ich schliesslich 2013 meine Ausbildung zur Hundetrainerin absolvierte. In dieser intensiven Zeit lernte ich nicht nur meine eigenen Hunde aus einem neuen Blickwinkel kennen, sondern durfte auch viele Hunde und natürlich die dazugehörigen Menschen kennenlernen. Hierbei wurde mir schnell klar wie unterschiedlich sowohl Hunde, als auch Menschen ticken. Ein Trainingsansatz, der beim Einen zum Erfolg führt, kann beim Nächsten völlig fehl am Platz sein. Um einen Erfolg im Training zu erzielen, gilt es also jedes Mensch-Hund-Team ganz individuell zu betrachten, Stärken und Schwächen zu beurteilen und den Trainingsplan entsprechend zu gestalten. Genau das macht diese Arbeit so spannend und abwechslungsreich.

Ich bin unendlich froh nach vielen Irrwegen diesen Schritt gewagt und somit meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben.

Meine Hunde

Maya *2010

Maya ist ein Cocker-Mops-Mix und mein erster Hund. Damals war ich noch recht unerfahren und wurde vor viele neue Herausforderungen gestellt. So süß sie auch aussieht, so faustdick hat sie es doch hinter den Schlappohren. Heute erinnere ich mich mit einem Schmunzeln an unser erstes gemeinsames Jahr. Sie war wahrlich ein Teufel und entpuppte sich schnell als kleine Jagdsau - mit einem Jahr hatte sie ihren ersten Jagderfolg. Sie stöberte im Feld einen Hasen auf - und erwischte ihn. An diesem Tag brach für mich eine kleine Welt zusammen. Nie wieder werde ich diesen Hund frei laufen lassen können. Das waren meine ersten Gedanken und auch das, was mir einige Hundetrainer bestätigten. Die Schleppleine war von da an unser täglicher Begleiter. Aufgeben wollte ich dennoch nicht, las viele Bücher, trainierte in Eigenregie und fand nach einer ganzen Weile auch endlich den passenden Trainer, der uns auf unserem gemeinsamen Weg unterstützen wollte und dessen Ansichten mit meinen übereinstimmten. Während viele wohl schon längst aufgegeben hätten, haben wir es angepackt und viel Zeit, Schweiß und Tränen in unser Training gesteckt. In dieser Zeit sind wir zu einem starken Team zusammengewachsen und ich habe gelernt meinen Hund aus einer anderen Perspektive zu sehen und wahrzunehmen. Heute ist Maya eine zuverlässige Begleiterin, die zwar nach wie vor stark an Wild interessiert ist, ihre Leidenschaft aber heute lieber bei der Dummy- oder Fährtenarbeit auslebt und ihre wieder gewonnene Freiheit genießt.

Kito *2010

Kito, ein Epagneul Breton, kam 2012 aus dem spanischen Tierheim zu uns und stellte uns zunächst vor viele Fragen. Anders als Maya damals war er kein fröhlicher, unbefangener Welpe, sondern hatte in seinem bisherigen Leben nicht viel Schönes erlebt. Äußerlich erinnert lediglich eine große Narbe am Bein und sein etwas 'schepper' Gang an seine schlimme Vergangenheit. Die Narben, die er seelisch davongetragen hat, können wir nur erahnen. Meine Befürchtungen, dass wir uns mit einem zweiten Jagdhund zu viel zumuten könnten, traten mit Kito's Einzug sofort in den Hintergrund. Es gab so viele andere Baustellen - kurz gesagt hatte er einfach Panik vor der Welt. Er muss sich so wahnsinnig verloren gefühlt haben, dass er kaum wusste wohin mit sich. Nachts schreckte er bellend aus dem Schlaf und rannte wie gestochen durch die Wohnung, auch tagsüber brachte ihn jedes kleinste Geräusch aus der Fassung. Männer machten ihm so große Angst, dass er ohne Vorwarnung schnappte, wenn einer ihm zu nah kam. In der Wohnung dagegen ergriff er die Flucht und machte unter sich. Es hat eine ganze Weile gedauert sein Vertrauen zu gewinnen und ihm zu zeigen, dass die Welt da draußen gar nicht so schlimm ist. Doch nach und nach fasste er mehr Vertrauen und ist heute der größte Schmusebär. Wenn ich ihn mir heute anschaue, bin ich immer wieder sprachlos wie toll sich dieser Hund entwickelt hat. Seine Freudenjauler, wenn wir nach Hause kommen, seine Luftsprünge und sein wacher Blick, wenn es an die Arbeit geht, seine unbändige Freude an der Welt. Natürlich ist der Jagtrieb auch bei Kito ein großes Thema. Ähnlich wie Maya hat er gelernt, Grenzen zu akzeptieren und seine Triebe in geregelten Bahnen auszuleben. Er ist stets eifrig bei der Arbeit und voll in seinem Element, wenn er seine Nase einsetzen darf.

Berti *2013

Berti, eigentlich Umberto, ist wie Kito ein Bretone und kam mit etwa sieben Monaten aus einer spanischen Tötungsstation zu uns. Anders als Kito scheint er jedoch nicht allzu viel schlimmes erlebt zu haben und ist ein fröhlicher, aufgeweckter Junghund, der eine scheinbar grenzenlose Energie hat und den zwei Großen so schonmal auf die Nerven geht. Er hat einen wahnsinnigen Arbeitswillen und ordentlich Jagdtrieb, den es nun zu kanalisieren gilt. Kleinere Grundgehorsamsübungen macht er mit Links und ist ansonsten für jeden Spaß zu haben. Egal ob Dummyarbeit, Fährte oder SniffleDog - Berti ist immer mit Feuereifer dabei und arbeitet sehr motiviert und dennoch mit der nötigen Ruhe. Auch wenn er manchmal recht anstrengend sein kann, macht die Arbeit mit unserer kleinen Rakete wahnsinnig viel Spaß und ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert von diesem scheinbar unbändigen Arbeitswillen. Ich bin gespannt wie Berti sich weiter entwickeln wird und freue mich auf die Arbeit mit ihm.